"Nun freut euch, lieben Christen g'mein." by Martin Luther, 1483-1546 Text From: THE HYMNS OF MARTIN LUTHER (New York: Charles Scribner's Sons, 1883), pp. 3, 5 1. Nun freut euch, lieben Christen g'mein, Und lasst uns froehlich springen, Dass wir getrost und all in ein Mit Lust und Liebe singen: Was Gott an uns gewendet hat, Und seine suesse Wunderthat, Gar theur hat er's erworben. 2. Dem Teufel ich gefangen lag, Im Tod war ich verloren, Mein' Suend' mich quaelet Nacht und Tag, Darin war ich geboren, Ich fiel auch immer tiefer d'rein, Es war kein gut's am Leben mein, Die Suend' hat mich besessen. 3. Mein' gute Werk' die galten nicht, Es war mit ihm verdorben; Der frei Will' hasset Gottes G'richt, Er war zum Gut'n erstorben; Die Angst mich zu verzweifeln trieb, Dass nichts denn Sterben bei mir blieb, Zur Hoelle musst ich sinken. 4. Da jammert's Gott in Ewigkeit Mein Elend ueber Massen, Er dacht' an sein' Barmherzigkeit, Er wollt' mir helfen lassen; Er wandt' zu mir das Vaterherz, Es war bei ihm fuerwahr kein Scherz, Er liess sein Bestes kosten. 5. Er sprach zu seinem lieben Sohn: Die Zeit ist hier zu 'rbarmen, Fahr' hin mein's Herzens werthe Kron' Und sei das Heil dem Armen, Und hilf ihm aus der Suenden Noth, Erwuerg' fuer ihn den bittern Tod Und lass' ihn mit dir leben. 6. Der Sohn dem Vater g'horsam ward, Er kam zu mir auf Erden, Von einer Jungfrau rein und zart, Er sollt' mein Bruder werden. Gar heimlich fuehrt er sein' Gewalt, Er ging in meiner armen G'stalt, Den Teufel wollt' er fangen. 7. Er sprach zu "Nun freut euch, lieben Christen g'mein." by Martin Luther, 1483-1546 Text From: THE HYMNS OF MARTIN LUTHER (New York: Charles Scribner's Sons, 1883), pp. 3, 5 1. Nun freut euch, lieben Christen g'mein, Und lasst uns froehlich springen, Dass wir getrost und all in ein Mit Lust und Liebe singen: Was Gott an uns gewendet hat, Und seine suesse Wunderthat, Gar theur hat er's erworben. 2. Dem Teufel ich gefangen lag, Im Tod war ich verloren, Mein' Suend' mich quaelet Nacht und Tag, Darin war ich geboren, Ich fiel auch immer tiefer d'rein, Es war kein gut's am Leben mein, Die Suend' hat mich besessen. 3. Mein' gute Werk' die galten nicht, Es war mit ihm verdorben; Der frei Will' hasset Gottes G'richt, Er war zum Gut'n erstorben; Die Angst mich zu verzweifeln trieb, Dass nichts denn Sterben bei mir blieb, Zur Hoelle musst ich sinken. 4. Da jammert's Gott in Ewigkeit Mein Elend ueber Massen, Er dacht' an sein' Barmherzigkeit, Er wollt' mir helfen lassen; Er wandt' zu mir das Vaterherz, Es war bei ihm fuerwahr kein Scherz, Er liess sein Bestes kosten. 5. Er sprach zu seinem lieben Sohn: Die Zeit ist hier zu 'rbarmen, Fahr' hin mein's Herzens werthe Kron' Und sei das Heil dem Armen, Und hilf ihm aus der Suenden Noth, Erwuerg' fuer ihn den bittern Tod Und lass' ihn mit dir leben. 6. Der Sohn dem Vater g'horsam ward, Er kam zu mir auf Erden, Von einer Jungfrau rein und zart, Er sollt' mein Bruder werden. Gar heimlich fuehrt er sein' Gewalt, Er ging in meiner armen G'stalt, Den Teufel wollt' er fangen. 7. Er sprach zu mir: halt' dich an mich, Es soll dir jetzt gelingen, Ich geb' mich selber ganz fuer dich, Da will ich fuer dich ringen; Denn ich bin dein und du bist mein, Und wo ich bleib', da sollst du sein, Uns soll der Feind nicht scheiden. 8. Vergiessen wird er mir mein Blut, Dazu mein Leben rauben, Das leid' ich alles dir zu gut, Das halt' mit festem Glauben. Den Tod vorschlingt das Leben mein, Mein' Unschuld traegt die Suende dein, Da bist du selig worden. 9. Gen Himmel zu dem Vater mein Fahr' ich von diesem Leben, Da will ich sein der Meister dein, Den Geist will ich dir geben, Der dich in Truebniss troesten soll Und lehren mich erkennen wohl, Und in der Wahrheit leiten. 10. Was ich gethan hab' und gelehrt, Das sollst du thun und lehren, Damit das Reich Gott's werd' gemehrt Zu Lob' und seinen Ehren; Und huet' dich vor der Menschen G'sats, Davon verdirbt der edle Schatz, Das lass' ich dir zur Letze. __________________________________________________ Notes: Hymn I from "The Hymns of Martin Luther" Author: Martin Luther, 1523 Titled: "Nun freut euch, lieben Christen g'mein" 1st Melody: 1524 Harmony: H. Schein, 1627 2nd Melody: "Es ist gewisslich an der Zeit" (In a modified form in America and England also known as "Luther's Judgement Hymn" from its association with a hymn of W.B. Collyer, partly derived from the German, and not written by Luther.) Harmony: M. Praetorius, 1610 1st Published in: "Eight Songs" Town: Wittenberg, 1524 ______________________________________________________________ This text was converted to ascii format for Project Wittenberg by Cindy A. Beesley and is in the public domain. You may freely distribute, copy or print this text. Please direct any comments or suggestions to: Rev. Robert E. Smith of the Walther Library at Concordia Theological Seminary. E-mail: CFWLibrary@CRF.CUIS.EDU Surface Mail: 6600 N. Clinton St.,Ft. Wayne, IN 46825 USA Phone: (219) 481-2123 Fax: (219) 481-2126 ______________________________________________________________